#87 Kekse!

Der Dezember ist Keks-, Kipferl-, Makronen- und Busserlmonat. Das merkt man unter anderem daran, dass regelmäßig Ende November sowohl Butter als auch Nüsse zur Mangelware werden: Ich musste in drei Geschäfte um gemahlene Mandeln zu finden – habe dann aber natürlich (wie alle anderen auch) sofort vier Packungen davon gekauft, damit ich nicht nochmal auf Odyssee gehen muss. Dieses Verhalten des Hortens erklärt den Mangel an Nüssen in der Backabteilung ziemlich gut, denke ich. Bis jetzt habe ich eine Packung davon zu ca. zwei Dritteln für Linzer Augen verwendet. Der Rest wartet noch. Während andere verzweifelte Keksbäcker und Keksbäckerinnen von einem Laden zum anderen laufen, um geriebene Mandeln zu finden. Ja, das sind so die Gemeinheiten des Alltags.

Übrigens: Im österreichweit berühmten kleinen gelben Rezeptbuch der Kronen-Zeitung (das einzig brauchbare was dieser Konzern zustande gebracht hat) sucht man Linzer Augen vergebens, wenn man nicht zu den Eingeweihten gehört. Wir sollen unter „Ischgler Plätzchen“ nachsehen, das sei der entsprechende Teig, meint die Mutter des Mitmenschen, und siehe da, die Ischgler Plätzchen werden ganz schnell zu Linzer Augen. Nur übersehen darf man sie im Ofen nicht, das letzte der drei Bleche ist etwas dunkel geworden. Aber ein wenig Ribiselmarmelade und Staubzucker später sieht man davon fast gar nichts mehr. Denke ich mir halt. Bevor der Mitmensch nach Hause kommt, einen Blick darauf wirft und fragt: „Sind die verbrannt?“

*Räusper*

Also, was gehört noch zu meiner persönlichen klassischen Weihnachtsbäckerei?

Dominosteine. Dominosteine sind zwar aufwändig, aber sie sind es wert! Wer kann auch schon etwas gegen die Kombination von Lebkuchen, Marillenmarmelade, Marzipan und Schokolade sagen?

Vanillekipferl. Natürlich Vanillekipferl. Die dürfen einfach nicht fehlen. Ein Tipp für zu krümelig gewordenen Teig: Ein Eiweiß hineinkneten und er kann wiederbelebt werden.

Aniskekse: Hier gibt es geteilte Meinungen. Auf jeden Fall! Sage ich. Auf keinen Fall! Sagt der Mitmensch. Zu Aniskeksen gehört traditionell ein kleiner Fuß, auf dem sie stehen, habe ich jetzt gehört. Bei mir haben sie keinen Fuß. Den bekommen sie auch nur, wenn man sie abtrocknen lässt, das heißt, wenn man die aufs Blech gegebene Keksmasse ein paar Stunden lang antrocknen lässt. Dann bildet sich (bei trockener Witterung) eine Haut, die den Aniskeks oben zusammenhält und die Hitze drückt den Teig so in die Höhe. Es war mir bis jetzt immer zu aufwändig, auf diese Füßchen zu achten, aber vielleicht probiere ich es doch nochmal aus. Aber sie schmecken so oder so wunderbar, finde ich.

Kokosbusserl. Kokosbusserl müssen auch sein, sehen aber jedes Jahr trotz gleichbleibendem Rezept immer anders aus. Liegt es am Luftdruck, am Mond, an den Hühnern, die die verwendeten Eier legen? Ich weiß es nicht. Aber für die habe ich jetzt im Bayerischen Rundfunk einen Trick gelernt: Damit sie nicht so lange im Ofen sind und Gefahr laufen, trocken zu werden, soll man die Masse im Topf auf 55 bis 60 Grad erwärmen und so „abrösten“ (huh, ein neues Wort!). Danach die Masse aus dem Topf nehmen, auf 30 Grad abkühlen lassen und dann erst die Busserl aufs Bachblech setzen. Dadurch bleibt die Form stabiler und sie haben eine kürzere Backzeit, was sie nicht so trocken werden lässt. Das ist auf jeden Fall den Versuch wert.

In diesem Sinne: Fröhlicher Keksmonat! (Ah ja – Lebkuchen muss man nicht erwähnen. Die verstehen sich ohnehin von selbst.)

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