Lawrence of Arabia

„Lawrence of Arabia“ wurde unter der Regie von David Lean gedreht und kam 1962 in die Kinos, er war für 10 Orscars nominiert, 7 davon hat er tatsächlich gewonnen, u.a. für besten Film und besten Regisseur. Es ist ein bildgewaltiges Werk, das sich über fast vier Stunden erstreckt. Ich sage bewusst nicht, dass es sich über fast vier Stunden „zieht“, denn das tut es nicht. Es ist ein ruhiger Film, kein langweiliger Film. Was für Einstellungen, was für Landschaften! Der Film wurde zum großen Teil in Jordanien gedreht und es ist ein Film von Männern über Männer. Den sogenannten Bechdel-Test kann der Film aus gutem Grunde nicht bestehen: Es spielt überhaupt keine Frau mit. (Ich zähle die paar Frauen in Zelten nicht mit, die man mal für ein paar Sekunden von hinten sieht.) Für alle, die den Bechdel-Test nicht kennen: Ein Film besteht den Bechdel-Test dann, wenn sich darin mindestens zwei Frauen miteinander (!) unterhalten und das Gespräch sich dabei nicht um Männer dreht. Das ist jetzt auch keine Kritik, sondern mehr eine Feststellung, etwas, was mir nach ungefähr zwei Stunden plötzlich aufgefallen ist: Ah, keine Frauen da.

In „Lawrence of Arabia“ geht es um Krieg, Macht, Einfluss, um Loyalität und Gewissensfragen – und um die Liebe eines Mannes zu einem Land, das nicht das seine ist. Aber es geht auch und vor allem um sein Ego, das im Laufe der Zeit interessante Dimensionen annimmt. Ist zu Beginn an T.E. Lawrence (gespielt von Peter O’Toole) noch der Sympathieträger, so fängt man ab ca. der Hälfte des Films an, etwas unruhig am Platz herumzurutschen, wenn er erscheint. Der zu Beginn als brutal erscheinende Sherif Ali (gespielt von Omar Sharif) hingegen wird immer mehr zur Figur, an der man sich festhalten kann. Interessant dabei ist, dass Sherif Ali über den ganzen Film hinweg seine schwarze Kleidung nicht ablegt – und Lawrence trotz der Auslotung seiner psychischen Abgründe stets in beige bzw. weiß gekleidet ist.

Beim Zeichnen ist mir noch etwas aufgefallen: Der Film ist – wie viele Monumentalfilme seiner Zeit – im Seitenverhältnis 2.20:1 gedreht worden. Versucht man das Ganze dann auf einmal in ein 4:3-Format oder – Gott bewahre – in 1:1 zu übertragen, merkt man sehr schnell, wie sehr das Format die „epische Breite“ beeinflusst. Deshalb auch hier, noch etwas extremer als 2.20:1:

 

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