Sie nannten ihn Spencer

Meine Meinung zu diesem Film ist streng gespalten. Zusammengefasst ergäbe das ein Cosi cosa, wie der Italiener sagen würde. S’geht so. Der Film besteht aus hauptsächlich drei Elementen: Zum einen in Form eines Roadtrips angelegten Suche von Marcus („dem Blonden“) und Jorgo („dem Blinden“) nach ihrem Idol, Bud Spencer. Zum zweiten aus Filmausschnitten (da kann man wenig falsch machen). Zum dritten aus Interviews. Dazwischen gibt es fetzige Animationen und im Hintergrund die Filmmusik aus dem bekannten Bud Spencer und Terrance Hill Filmuniversum. Etwa „Dune Buggy“ aus „Zwei wie Pech und Schwefel“:

Zurück zum Film. Die Suche von Marcus und Jorgo macht mir ehrlich gesagt Bauchweh. Sie haben sehr persönliche Geschichten, warum sie Bud Spencer treffen wollen und ihnen die Filme so viel gegeben haben – und das ist auch sympathisch. Schauspielerisch aber sind sie nicht wirklich gut, viele Szenen wirken gestellt. Und dann gibt es sehr unangenehme Szenen, etwa wenn unangekündigt beim Pressebüro von Bud Spencer in Rom geklingelt wird, man doch nur für „ein paar Minuten“ (?!?) Bud Spencer sehen möchte und die Dame auf Italienisch nachfragt, ob man denn einen Termin habe und dass der Chef nicht da sei und dann (mir sehr nachvollziehbar) ungehalten wird, nachdem die beiden kein Wort Italienisch verstehen und „auf ein paar Minuten“ beharren, bevor plötzlich der Kameramann um die Ecke biegt. Unglaublich unprofessionell und peinlich. Fremdschämen musste ich mich aber auch bei ein paar anderen Momenten, vor allem bei den ständigen Beschimpfungen, die beide einander zukommen lassen (vor allem aber der „Blonde“ dem „Blinden“): Das soll zwar auf die Filme verweisen (Terrence Hills Kommentare wie „Fettwanst“ in Richtung Bud Spencer), aber so richtig lustig war das irgendwie nicht. Den zwei-Wochen-Trip und die dabei entstandene total enge Freundschaft zwischen beiden will ich mit Blick auf die Produktionszeit von acht Jahren auch nicht so ganz glauben. (Ganz zu schweigen von der ein wenig seltsam anmutenden Stimmung zwischen beiden. Aber vielleicht ist das so in Männerfreundschaften, da habe ich zu wenig Einblick.) Zwischen diesen Szenen kann man aber glücklicherweise aufatmen, die Interviews mit Schwimm- und Schauspielerkollegen, Stuntmans, Filmkomponisten und Regisseuren machen den (meiner Meinung nach) interessantesten und lebendigsten Teil des Films aus: Was man da hört und über die Sets und die Arbeit und Carlo Pedersoli aka Bud Spencer mitbekommt, entschädigt für die mauen Szenen der Reise von Marcus und Jorgo.