#14 Flughafen Wien-Schwechat

Flugreisen stressen mich immer. Wenn der Flug in der Früh geht, habe ich eine unruhige Nacht, weil ich Angst habe zu verschlafen – und wenn er am Nachmittag oder später geht, bin ich den ersten Teil des Tages stundenlang mit Koffer packen beschäftigt, weil ich mich auf nichts anderes mehr konzentrieren kann.

Wenn das erledigt ist, ist die nächste (zumindest für mich) große Herausforderung vor einem in Wien-Schwechat startenden Flug die, herauszufinden, ab wo ich das Ticket für die Schnellbahn kaufen muss. An den Automaten gibt es die Kategorie „ab Stadtgrenze“, aber online muss ich jedes Mal recherchieren, ab wo ich denn jetzt ein Ticket brauche. Notiz für mich: Ab Schwechat.

Eine weitere Hürde – allerdings dann schon am Flughafen – ist die Beschilderung dort. Ich wollte / musste zu Terminal 1, zum ersten Mal seit langer Zeit. Es war ein weiter Weg durch niedrige Gänge, bei dem ich mir mehrmals unsicher war, richtig zu sein, da zwar ständig Schilder zu Terminal 3 wiesen (aus dessen Richtung ich gerade gekommen war), aber kaum welche zu Terminal 1. Zwei Engländer vor mir, ebenfalls auf dem Weg zu Terminal 1 und mehrmals skeptisch um sich blickend, ob das hier denn immer noch richtig sei, fassten mein Gefühl in Worte: „This is such a weird airport.“

Um einen besseren Überblick über das Gangsystem zu bekommen, wollte ich es mir später nochmal ansehen und tatsächlich, auf der Website des Flughafens Wien gibt es eine Karte. Das ist der Plan, den man unter „Terminal 1 / Gates B, C, D“ findet:

Auch hier sind ihnen offensichtlich die Buchstaben für „Terminal 1“ ausgegangen.

Passkontrolle, natürlich tritt sofort Murphy’s Law in Kraft. Eine Person an dem Schalter, an dem ich anstehe, hält zwei Dutzend andere auf. Der Schalter daneben ist zwar besetzt, aber zu. Ich muss mir ernsthaft auf die Zunge beißen, um nicht „Zweite Kassa, bitte“ zu rufen. Und das obwohl ich das noch NIE gesagt habe. Ich weiß nicht warum, Flughäfen machen mich manchmal ein wenig unrund.

Rückflug, Ankunft in Wien, nach einer erneuten Passkontrolle (uiuiui ich bin noch nie so zu Tode gestarrt worden wie von der Frau hinterm Schalter – man merkt gleich, man ist wieder zu Hause) geht es zur Gepäckausgabehalle. Die Koffer trudeln rasch ein, doch eine Frau neben mir scheint andere Probleme zu haben: „Why is always – things – happening??“ Da ich ihr da leider nicht weiterhelfen kann, nicke ich verständnisvoll und hole meinen Koffer vom Band.

In der Straßenbahn nach Hause fahren zwei ältere Damen mit, sie tragen großgeblümte Sommerkleider und lehnen freundlich ab, als ihnen Plätze angeboten werden. Sie unterhalten sich, es sind Wienerinnen. Die eine sagt zu der anderen: „In da Straßenbahn, in da U-Bahn – alle schaun oiwei wia wenn sa si söba zwida warn.“ Und lacht. Danke dafür, Ladies, das hat mich aus dem Flughafentief geholt!