#8 Göttweig

Göttweig, unter schwarzem Himmel. Wolken machen mir immer noch Probleme in der Darstellung, aber da ich sie nicht übe werden sie so schnell wohl auch nicht besser werden. 1072 wurde auf dem Hügel, auf dem Göttweig steht, eine Kirche zu Ehren der hl. Erentrudis geweiht. Erentrudis. Wer kennt sie nicht. Erentrudis ist die Schutzpatronin Salzburgs und war die erste Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg. Was man so über sie liest, hört sich alles recht brav und ziemlich langweilig an, auch wenn manche Texte alle Register des Spannungsaufbaus zu ziehen versuchen: „Anjetzo, Hochansehnliche! von dem Spiel-Scherz zu dem Ernst. Unsere heilige Erentrudis wird von einer arglistigen Spielerin auch auf ein Schach-Spiel heraus gefordert, nemlich von der Welt. Von der Welt? O förchterliches Spiel vor Erentrude! denn die Welt ist eine so gefährliche Spielerin, und dazu noch eine wohlerfahrne Kriegs-Helding. Wie wird es ergehen Erentrudi?“

Ja, wie wird es Erentrudi wohl ergehen? Genau. Elf Jahre später jedenfalls (also von 1072 weg) wurde Göttweig zum Chorherrenstift, 1094 wurde es den Benediktinern übergeben und die ersten Mönche kamen um 1100 an. Seitdem hat man ein bisschen an- und zugebaut, wie auch auf dem Bild ersichtlich ist: Göttweig sitzt ziemlich breit über dem Tal und droht nach unten, während hier der Himmel über Göttweig droht.

Wenn gerade nichts droht, kehrt man am besten im Stiftsrestaurant ein, von der dortigen Terrasse hat man nicht nur einen wunderbaren Blick auf Krems und die Donau, sondern mit ein wenig Glück auch die Möglichkeit einen Brenzenschmarrn essen zu können. Ein Brezenschmarrn besteht aus altbackenen Brezen, viel Eischaum, viel Zucker und Marillenröster. Himmlisch.

P.S.: Dass es dieses Motiv geworden ist, ist Überlegungen gegenüber einem anderen Fund zu verdanken, den ich dann doch nicht zumuten wollte: Ein kleiner toter Feldhase, wahrscheinlich von einem Auto erwischt. In der Jagdsaison 2015/2016, so der ÖAMTC, wurden in Österreich rund 23.200 Hasen von Fahrzeugen getötet, nahezu 38.000 Rehe und über 7000 Fasane. Wobei ich nicht weiß, was genau mit „Jagdsaison“ gemeint ist, da jedes Tier eigene Schon- und Jagdzeiten hat, die noch dazu von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein können. Keine Ahnung, nach was der Beginn der Jagdsaison sich dann richtet?

Das Zitat stamm übrigens aus – und der Titel ist ziemlich ansehlich: „Lob- Ruhms- und Sitten- Predigten, so von verschiedenen Ehren-Canzeln einen Ansehlich zahlreichen Auditorio vorgetragen, nun aber zum öffentlichen Vorschein ausgefertiget worden seyend von A.R.P. Don Jos. Ferdinando Maria Koller, Clericorum Regularium, vulgo Theatinorum Theologo, Predigern, und p.t. des geistlichen Hauses ad. S. S. Maximilianum & Cajetanum zu Salzburg Vicaro mit Beygefügtem Zusatz einiger zu Trost der armen Seelen im Fegfeuer von ermeldten Authore dem Volk verkündigten Octav-Predigten. Zweyter Theil. München und Stadt am Hof, […] 1766, S. 112.

Crocodile Attack

This is a book I picked up in Brisbane, Australia. To be more precise, it kind of fell in front of me somewhere in this place:

A place stuffed with books – although not every shelf looked as bad as the piano-section:

„Crocodile Attack“ lives up to its promise: It starts with a biblical motto („Consider the chief of the beasts, the crocodile / Who devours cattle as if they were grass […]“ – The Book of Job, Old Testament) and continues with a foreword of Paul Hogan, famous for his leading part in „Crocodile Dundee“. The last two sentences of the foreword are: „If you knew little about the beast before, you’ll be an authority on him by the time you have read Crocodile Attack. I can also guarantee you one thing: once you’ve read it, you’ll think twice before you go swimming in croc country.“ Well, that sounds convincing!

The book tells a bunch of stories of human and croc encounters – lethal and lucky ones. The stories are well to read, a bit on the sensational side and therefore follow the lurid title of the book. But this is just one side of the book, because these parts mix in a weird, although not contradictory way with chapters like „Management of Crocodiles“ or „What of the Future?“, which elaborate on scientific discoveries (the book was first published 1989), how to improve the public knowledge on crocs and how to preserve their environment. A weird mixture that tries to trick people into learning stuff about animals they don’t think they would like/respect/be curious about. Excellent job 🙂

(Yeah, yeah, got a bit lazy with the lettering here, but it fits with the scribble-style of the rest. At least that’s the excuse I’ll be going with.)

H.M. Murdock

„Vor einigen Jahren wurden vier Männer einer militärischen Spezialeinheit
wegen eines Verbrechens verurteilt, das sie nicht begangen hatten.
Sie brachen aus dem Gefängnis aus und tauchten in Los Angeles unter.
Seitdem werden sie von der Militärpolizei gejagt, aber sie helfen anderen,
die in Not sind. Sie wollen nicht so ganz ernst genommen werden, aber
ihre Gegner müssen sie ernst nehmen. Also wenn Sie mal ein Problem haben
und nicht mehr weiter wissen: Suchen Sie doch das A-Team!“

Seit Jahren habe ich das jetzt wieder einmal gehört – den deutschen Intro-Text zum „A-Team“. Und zum ersten Mal habe ich ihn wahrscheinlich bewusst wahrgenommen. „Sie wollen nicht so ganz ernst genommen werden“? Und die Stimme ist großartig o_O („Das E-Team“!)

Jaja, die 80er und das „E-Team“. Kindheitserinnerungen. Was da für Massen an amerikanischen Mittelklassewagen von der Straße abgekommen und explodiert sind. Jeder zweite hatte seinen eigenen Hubschrauber. Und wer keinen Hubschrauber hatte, hatte ein Flugzeug. Oder zumindest ein Flanellhemd. Und hier mein damaliger Lieblingscharakter: Howling Mad Murdock. Nicht ganz getroffen, aber ich glaube zumindest die Familienähnlichkeit ist da. Auch ohne Socke.