Der grüne Kakadu

Eigentlich spielt Arthur Schnitzlers „Der grüne Kakadu“ (Uraufführung 1899) ja am 14. Juli 1789, an dem Tag, an dem die Bastille in Paris gestürmt wird. Und eigentlich passt der Stil der Zeichnung weder dazu noch zu der in einem Kellerraum angesiedelten Spelunke, die als Schauplatz des Stücks angegeben wird. Aber der Name besagter Spelunke (eben: „Der grüne Kakadu“) eignet sich hervorragend für einen an den Jugendstil angelehnten Plakatentwurf. Womit wir zurück um 1900 wären.

Viel interessanter aber eigentlich ist, was man noch so alles an grünen Kakadus findet. Etwa einen englischen Film von 1937, der „The Green Cockatoo“ heißt:

Ich möchte behaupten, dass mein Kakadu flugfähiger aussieht, bei diesem hier meint man ja er würde auf allen Vieren laufen. (Und je länger ich ihn anschaue, desto weniger verstehe ich was ich sehe – was IST das? Ein grüner Greif? Ähnlich geht es mir bei der Catchline: „She lost herself… but found murder!“ But?) Der Film spielt übrigens wie Schnitzlers Stück in der Verbrecher- und Unterwelt, bei „The Green Cockatoo“ dürfte es sich um einen Nachtclub in Soho handeln:

Das leuchtende Auge des Kakadus fällt wohl unter die Spezialeffekte der Zeit, ein hübsches Detail. Leider (?) habe ich den Film nicht gesehen, wer weiß, vielleicht handelt es sich beim Drehbuchautor Graham Greene ja um einen heimlichen Schnitzler-Fan.

Fast noch schöner als die Bilder vom Film ist dieser Ohrenschmaus von 1979 von Hildegund (Hildegund!) Harms-Carena:

„Die schöne Frieda mal ohne Mieder…“ Wild.

Weitere Hits auf ihrer Platte mit dem Namen „Die StimmungsKanone“ (sic!) sind u.a. „Ein anständiges Mädchen braucht nicht schön zu sein“, „Komm an meine Pumpe“ und „Er sieht aus wie’n kleiner Doofa“.

 

Die Bilder zum Film sind übrigens von hier:

http://filmsnoir.net/film_noir/the-green-cockatoo-uk-1937-65min-the-seeds-of-british-noir.html/